4. Jahresfahrt Mirow

4. Abschlusstour nach Mirow

Hallo liebe Zuhausegebliebene nehmt euch ein paar Minuten Zeit und lest diesen Bericht.

Freitag, 29.09.2017 8Uhr

Zur ersten Gruppe, die 2 Stunden früher losfuhr, gehörten Dietmar, Angelika, Robert, Rolf und ich. Wir wollten nach Invenack die 1000jährigen Eichen ansehen. Die Sonne begleitete uns den ganzen Freitag. Vorbei an Segeberg, Lübeck, Wismar lief es auf der Autobahn einwandfrei. Die Natur in Meck Pom ist eine Reise wert. Weite Felder, Wiesen und Wälder wechselten sich ab. Nicht alle alten Häuser sind dem Abriss zum Opfer gefallen. Somit war der Charme der alten DDR zum Glück noch in den Städten und Dörfern zu erkennen. Da der Sommer reichlich nass war, setzte noch keine Laubfärbung ein. Die Alleen verbreiteten immer noch ihren Zauber. Am Wegesrand stand ein Weidenbuschbereich, er ließ darauf schließen, dass noch Korbflechter diesem Handwerk nachgingen. Unsere Vorstellung von den alten Baumriesen wurde bei Weitem übertroffen. Staunend und ehrfurchtsvoll bewunderten wir die Giganten. 1000 Jahre Geschichte hatte sie miterlebt. Mit einem Fahrstuhl ging es in 35 m Höhe, und von hier abwärts auf einem Pfad bis zum Waldboden. Angebrachte Erklärungstafeln informierten und erzählten Geschichten. Kurz vor dem Ziel Mirow trafen wir Fred, Moni, Siegfried, Werner, Herbert und Peter. Dirk und Birgit hatten bereits ihr Quartier bezogen. Wir meldeten uns an, erhielten die Zimmerschlüssel, machten uns Landfein und trafen uns auf der Terrasse für ein Bierchen oder auch zwei und schauten der untergehenden Sonne über dem Mirower See zu. Ja das klingt sehr romantisch. War es auch. Das liebevoll zubereitete Abendessen um 18.30 wurde begrüßt. Zum Erzählen gab es genug Erlebtes.

 

Sonnabend,30.09.2017

 

Alle unsere Zimmer lagen mit Blick auf den See. Dem galt auch morgens gleich der erste Ausblick. Ein Entenpaar zog vorüber. Einsame Stille die ganze Nacht und am Morgen. Der blaue Himmel versprach einen netten Tag. Erst einmal das Frühstück vom vielseitigen Büfett genießen. Dann Abmarsch auf Tour in den Nationalpark Müritz. Bei diesen riesigen, umgepflügten Feldern kann man sich schon einen Sandsturm vorstellen, wie er sich vor Jahren eingestellt hatte und zu einer Massenkarambolage führte. Wir beobachten Stare, die sich formieren, Kiebitze, (die immer seltener werden), und den großen grauen Glücksvogel: Kranich. Schloss Ulrichshusen wird uns in guter Erinnerung bleiben. Angelika sah, dass man hier frischgebackenes Brot kaufen konnte. Wir beschwatzten den Service, der den Koch, und man brachte uns ein Zwiebelbrot, ein dunkles Malzbrot und ein Vielkornbrot auf einem Brett. Wir erhielten Schmalzkugeln, Pfeffer und Salz, und so genossen wir die zünftigste Brotpause, die uns alle begeisterte, das Restaurant „ Am Burggraben“ ist wirklich weiter zu empfehlen. So ein großzügiges Entgegenkommen haben wir noch nie erlebt. Im Schloss der Familie Mahlzahn fand nachmittags eine Hochzeit statt. Wir durften einen Blick auf die gedeckte Tafel für 100 Gäste werfen. Wir sahen die Braut und riefen ihr Glückwünsche zu. So ein Ambiente begeistert jedes Brautpaar. Die Räume werden für Feste, Feiern und Tagungen zur Verfügung gestellt.

O, Felder weit, o Seen, o schöner, grüner Buchenwald. Die Biker kamen heute auf ihren Fahrspaß. Die Glückshormone ließen die Gesichter strahlen.

Es folgte noch eine Pause: Peter blieb bei den Motorrädern, und wir gingen 5 Minuten zur Havelquelle. Ich beschreibe sie mal so: Ein 1m großes „Taufbecken“ aus Granitgestein eingelassen in der Erde, 40 cm tief. Der Druck presste in kaum sichtbarer Menge das Wasser durch ein Loch nach oben. In einem graben ähnlichen Lauf machte sich die Havel auf ihre Reise. Kaum zu glauben, dass so ein winziger Rinnsal nach 330 Km als stattlicher Fluss bei Havelberg in die Elbe fließt. Die Wasserscheide machte deutlich, dass ab hier entweder der Fluss in die Ost- oder Nordsee fließt. Der Höhepunkt am Abend war das Ritterfest. Event: „Das große Fressen“. Am Eingang wurde uns ein Lätzchen mit Krawatten Motiv umgehängt. Ein Mönch, (in diesem Falle unser Wirt), berichtete aus Mirows wichtiger Zeitgeschichte. Es wurden hier drei Prinzessinnen geboren, die in der Weltgeschichte eine Rolle gespielt haben. Das Haus Hannover gehörte dazu und wer mit England leiert war, regierte fast die halbe Welt. Charlotte wurde Königin von England, ihr Nichte Luise eine Preußenkönigin, Frederike die Königin von Hannover. Wir genossen Freibier- und Wein, und die Feuerdarbietungen. Nach einer „Wurmsuppe“ konnte man sich mit vielerlei Fleischsorten vollstopfen. Die Getränke lockerten die Gemüter, und so gab es noch eine rege Beteiligung beim Tanzen nach Discomusik. Stimmung gut, alles prima, alles in allem ein gelungener Abend.

Sonntag, 01.10.2017

Morgenstimmung gedämpft. Nach dem Frühstück haben wir uns zur Besichtigung des Schosses von Mirow aufgerafft. Die Räume waren in Barock und Rokoko eingerichtet. Zur Kostbarkeit zählte eine Handgestickte Tapete mit zarten Streublumen. Wir stiegen 146 Stufen auf den Kirchturm der Johanniterkirche, um von der Aussichtsplattform einen Blick in die Gegend zu werfen. Um 14 Uhr bestiegen wir das Schiffchen zur Fahrt auf dem Mirower See. Was sieht man da so: Bootschuppen, Ferienhäuschen, Seerosen, die den See zu wuchern. Durch einen Kanal kann man den See(eine Bundeswasserstrasse) verlassen wenn man will, wir wollten nicht. Das Fischessen war wieder einmal vortrefflich. Es folgte ein nettes Beisammensein und um 10 Uhr wollten alle in die Kiste.

Montag, 02.102017

Nicht das 1. Mal brachten wir Robert ein Geburtstagsständchen. Nach dem Frühstücken fuhren wir nach Neustrelitz, dabei umfuhren wir wie immer auf einem Kopfsteinpflaster das Renaissancetorhaus, Geschwindigkeitsbegrenzung absolut unnötig. Wir warteten den Regen in einem Kaffee ab und starteten die Stadtbesichtigung um 14 Uhr. Angelika war 1992 und 1993 mit ihren Chefs Architekt Wuttke und Kekeritz zur Städteplanung hier. So wurden wir fachgerecht über die sternförmige Straßenplanung informiert. Die neugestalteten Speicherhäuser im Hafen waren Schmuckstücke. Schnell wollten wir in unser Hotel, so brachten wir auf kurzem Weg die 47 Km hinter uns. An sämtlichen Haken baumelten wir unsere nassen Sachen. Eine warme Dusche tat gut, danach fanden wir uns frohgelaunt zum Essen ein. Es folgte der letzte gesellige Abend mit vielen Gesprächen, wir prosteten uns des Öfteren zu. Gründe dazu gab es immer.

Dienstag, 03.10.2017 Tag der Deutschen Einheit.

Die Packtaschen wurden platziert. Das „Henkerfrühstück“ wurde eingenommen und die Gedanken starteten Richtung Heimat. Die Hälfte der Teilnehmer trieb es auf die Autobahn. Ein sparsamer Regenschauer musste zum Schluss noch folgen. Mit leichten Blessuren an einem Motorrad landeten wir daheim. Wir bedanken uns bei unserem Schutzengel, der uns 600 bis 700 Km nicht aus den Augen ließ.

Resümee: Unser Zusammensein hat uns Spaß gemacht. Lieber Fred vielen Dank für das Event der besonderen Art. Land und Leute haben wir kennengelernt und wir nehmen den Hut ab, vor dem, was die Landsleute nach 27 Jahren Einheit auf die Beine gestellt haben. Dietmar, vielen Dank für die Führung nach Invenack.

Text

Rolf und Gisela