2. Jahresfahrt

Jahresfahrt 2016 nach Bebra


Fred wünschte uns per E-Mail eine gute Fahrt, danke, denn diese Wünsche kann man gut gebrauchen.

Ich schreibe den Bericht wieder einmal für unsere emsigen Fahrer, die sich auf die Straße konzentrieren müssen und für die Daheimgebliebenen.

Freitag, 30.09.2016 : Um 8.30 Uhr starteten wir die Fahrt beim Freesen-Center. Dabei sind Dirk und Freund Werner, der anstelle der erkrankten Birgit mitkommt, Robert, der gerne als Letzter fährt, Dietmar, Siegfried, Rolf und ich. Wir wählen die A21, die A1 wird befahren bis wir auf die Autobahn 7 stoßen, die wir bei Laatzen verlassen. Heute fuhr unser Schutzengel mit und der gute Wettergott. So sausten wir ohne Stress durch die Landschaft, die uns nicht unbekannt ist. Vom Feld sind bis auf einige Maisschläge und Kartoffelacker bereits alles geerntet und neue Saaten ausgesät. Die umgepflügten Äcker reichten bis zum Waldessaum. Leichte Laubfärbung zeigte sich, oder waren es erkrankte Kastanien, die schon im Sommer Herbst gemacht hatten? Bei einer Pause bemerkte Robert ein Ölleck am Hinterradantrieb. Unsere technisch versierten Männer fanden sofort die Ursache beim defekten Dichtring. Herbert wird Zuhause die Reparatur machen. Nach 400 Kilometern entschieden wir uns für die Kurzstrecke. Unsere Knochen fingen an zu meutern.

 

Unser Ziel war das“ Hotel Sonnenblick“ in der Nähe von Bebra. Erhöht auf einem Hang machte es einen guten Eindruck auf den 1. Blick. Außerdem hielt es, was der Prospeckt versprach. Wir für unseren Teil sind zufrieden. Es wurde ausgepackt und ein gemeinsames Abendessen eingenommen. Für jeden Wunsch war etwas Schönes zu finden. Das Geld für die Getränke wurde beim Gehen abkassiert. Der Wirt Thomas (auch unser Guide) kam an den Tisch und besprach einige Touren, die in der Gegend zu fahren waren und spielte sie auf das Garmin. Ratet mal, wen wir bei einer Pause getroffen haben? Richtig! Sylke und Detlev, die mit ihren Polizisten unterwegs waren. Sie trugen blaue Westen mit der Aufschrift: „Blue Knights“, richtig schmuck sahen sie aus und sie fühlten sich auch wie Ritter. Nun stießen Peter und Herbert hinzu, die aus Prag kamen. Klaus hatte ein Klassentreffen hinter sich.

Sonnabend, 01.10.2016 : Es wurde gar nicht richtig hell, der angekündigte Regen war zur Stelle. Langsam trudelten alle zum Frühstück ein. Um 11.00 Uhr entschieden wir uns für die Fahrt nach Eisenach. An der Strecke lagen kleine Dörfer mit Fachwerkbauten gepflegt und baufällig alle mit eigenem Scharm. Das “ Museum Automobile Welt Eisenach“ befand sich in einem ausgebauten, alten Fabrikgebäude. Die Geschichte über Eisenachs 115-jähriger Automobilfertigung wurde gut präsentiert und fand bei uns Anklang. Man empfahl uns einen Imbiss im Gasthaus Bellevue zu essen. Zu Fuß brauchten wir nur 5 Minuten zu gehen. Der Scharm der Vorkriegszeit umwehte uns. Was auf den Tisch kam bewies wieder einmal, dass die “Thüringer-Küche“ sehr schmackhaft ist. Eisenachs Fabrikgebäude aus der Vorkriegszeit standen immer noch ruinös im Stadtbild. Die Entsorgung ist ja auch unheimlich teuer. Opel hat sich wie bekannt zur Produktion hier niedergelassen. In Eisenach ging es auf die Suche nach dem Hypoidöl, das man zum Nachfüllen brauchte. Man schenkte uns eine ausreichende Restmenge. Glück muss der Mensch haben. Bei der Hinfahrt konnten wir die Natur genießen, auf dem Rückweg ließ der stärkere Regen es nicht zu. Bauernglatteis war auch noch nicht zu befürchten. Staub, Blätter Regen. Über die Hügelausläufer auf und ab, Kurve rechts und links im Wechsel war wohl für die Fahrer das Highlight. Der Windenhof hielt was der Name schon aussagt. Eine Straße ganz für uns allein mit kurvenreicher Strecke ließ die Fahrer-Herzen höher schlagen. Unter der “Weihentalbrücke“ durch ging es gleich im kurzen Bogen darüber hinweg. Es ist eine gigantische Talbrücke. Wie viele Stockhausen, Hausen, Bachs und Rodes wir durchfahren haben kann ich nicht aufzählen. Die Fulda überfuhren wir etliche Male. Wir kamen irgendwann im Sonnenblick an. Zur Entspannung blieb auch noch Zeit. Es gab einen sehr gepflegten Wellness Bereich mit kleinem Pool mit Gegenstromanlage, eine Sauna, Whirl-Pool, bei Bedarf konnte man sich auch massieren lassen. Nun ist Angelika mit der Bahn angekommen. Friedrich und Edith machten mit dem Auto ihre eignen Unternehmungen. Besuch von Point Alpha, Kaffeetrinken in Bebra usw. Wir freuten uns auf das gemeinsame Abendessen. Es folgte ein netter Abend mit tollen Gesprächen. Mehrere Rhön-Wurz wurden getrunken, über die Bierchen schweigen wir lieber. Wir 13 bildeten eine homogene Runde.

Sonntag, 02.10.2016 : Robert ist unser Geburtstagskind, und wir sangen ihm lautstark Happy-Birthday. Die Wirtsleute verwöhnten Robert mit einer Kerze und einem Geburtstagsteller, an dessen Rand Bonbons lagen. Wer bekommt schon am Geburtstag eine Wurst geschenkt? Uns Robert! Nach dem ausgiebigen Frühstück erschien Thomas, der Routenführer und Herbert ein Gast, und wir waren bereit für die geführte Tour. Runter vom Hof, rechts um die Ecke gebogen und schon begann die Bergauf- und Abfahrt mit zahlreichen Kurven. Bei 65O Meter über dem Meeres Spiegel wehte bereits ein kälterer Wind. Der Morgen zeigte sich von seiner prächtigen Seite. Fast glaubte ich “over the Top oft he World“ in Hessen zu sein. Die weißen „Wallewolken“ zogen über uns hinweg. In der Ferne leuchteten die bewaldeten Bergrücken schwarzblau, ein einmaliges Landschaftsbild tut sich auf, an der nächsten Kurve wechselte es. Die rote Erde leuchtete in einem Nässefilm. Hin und wieder flogen Raubvögel, es lief auch irgendwo ein Reh über die Felder. Die Dörfer zeigten ihre vielfältige Baukultur. Aber wo sind die Menschen? Klar es ist Sonntag, aber keiner lässt sich blicken. Was arbeitet man hier? Vom Ackerbau allein kann man doch nicht existieren. Na ja manchmal sehe ich Schafe- und kleine Ziegenherden. Ach ja Windräder drehten sich und Solaranlagen gab es auch. Im Wildpark Knüll rasteten wir. Man konnte draußen sitzen und das Bestellte verzehren. Ein azurblauer Himmel stand über uns. Wir entschieden uns für die kurze Strecke zum Hotel. Wieder sausten wir fast allein durch die Feldmark, und die Kradfahrer konnten Kurven über Kurven auskosten. Ab jetzt machte die Sonne sich rar und Wolken breit. An Dietmars Motorrad gab der Stoßdämpfer den Geist auf. Angelika stieg bei Dirk aufs Krad und verbesserte ihre Sitzposition um Vieles. Unser Motorradgeräusch animierte ein Pony zum Traben, sofort fielen alle Haflinger auf der Weide mit ein und galoppieren mit fliegender weißen Mähne mit, bis ein Zaun sie aufhielt. Was für ein erhabener Anblick! Der Eisenberg wird angesteuert. Eine Gastronomie, die den Weg ins 21. Jahrhundert noch nicht gefunden hat. Der Wanderer der hier einkehrt, lässt nicht gerade die dicken Mäuse hier. Die Bedienung ist nett und was man bestellte ist gut, was will man mehr. Thomas führte uns zur Tankstelle und dann ins Hotel. Manchmal hat es Thomas in den Fingern gejuckt, und er musste um nicht ganz zu verzweifeln Gas geben und ein paar tolle Kurven allein hinlegen. Alles O.K. An dem gedeckten Kaffeetisch verspeisten wir Elkes Nusskuchen. Über den Preis, den das Hotel für die Tassen und 2 gefüllte Kaffeekannen in Rechnung stellte, konnte man sich wirklich wundern. Ein Abschluss Foto wurde vor dem Hoteleingang aufgenommen. Dem gemeinsamen Essen folgte ein letztes Zusammensein. Die Rhön-Wurze hießen im Laufe des Abends: Dröhnfurze, und wie viele unsere Kehle hinunter rannen, verraten wir lieber nicht.

Montag, 03.10.2016 : Abfahrt um 9.00 Uhr. Peter und Herbert wollen in den Harz fahren. Edith und Friedrich fahren gemütlich über die Heide zurück. Der Rest begab sich zusammen auf den Heimweg. Der Sprühregen entpuppte sich zu einem Kernigen. Das Fahren auf der Bundesstraße machte nun weder Spaß noch Sinn. So entscheiden wir uns für die Autobahn, die wir später bei Wülferode-Ost verließen, weil der Regen sich verzogen hatte. Robert und Klaus verließen uns ebenfalls. Anfangs rollte der Verkehr. Auf der Straße nach Soltau machte Dirk im letzten Augenblick am Stau-Ende kehrt. Was für ein Glück. Nun ging es über Hodenhagen nach Fallingborstel. Könnt ihr glauben, dass es auf einer Tankstelle kein Benzin mehr gab? Es war an dem. Um nun doch vorwärts zu kommen, ging es auf die Autobahn Richtung HH. Ohne Stau kommt wohl heutzutage niemand mehr davon. Wir auch nicht. Dirk manövrierte uns durch die Mitte, bis eine Baustelle dieses nicht mehr erlaubte. 25 Minuten dauerte letztlich die Fahrerei länger, da kann man nicht meckern. Hinter dem Elbtunnel überraschte uns ein gigantisches, weißes Wolkengebirge, ich muss es für die Fahrer erwähnen.

Danke lieber Dirk für die gute Führung, die Dietmar an dich weitergegeben hat, weil sein Garmin ausgefallen ist. Trotzdem ein Dankeschön an Dietmar, der auch die Tour mit Dirk ausgearbeitet hat.

Wir sagen ein Dankeschön an alle Beteiligten, die dazu beigetrugen, dass unsere Jahres- Abschlussfahrt mit einem schönen Fahrerlebnis endete. Wir brauchten 1300 km nicht laufen !!

Text: Rolf und Gisela