Jahresabschlusstour durch Spessart und Rhön vom 08.-11.09.2011

H HHHHHhhhuHHHWomit hatten wir dieses Wetter zu Beginn unserer Reise verdient? Uns blieb nichts anderes übrig als in die Regenkleidung zu steigen, wir waren angemeldet und wir mussten los. 16 Motorräder und unser Begleitauto mit Edith und Friedrich kämpften sich durch das „Beinahe Unwetter“, das hinterm Elbtunnel wenigstens in Schauerregen überging. Ohne Umschweife steuerten wir unsere Pension Untere Mühle in Burghaun-Steinbach an. Ein am Haus installiertes Rad von über 6 Metern Durchmesser, dem 2.größten Mühlrad Deutschlands, läuft noch immer Tag und Nacht und erzeugt Strom. Somit berechtigt es uns das Volkslied - Das „Wandern ist des Müllers Lust“ - zu singen, auch wenn kein Mehl mehr gemahlen wird. 450 km hatten wir unter die Räder genommen. Die nassen Kleider durften wir in der noch warmen Backstube beim Ehepaar Thorbjörn und Andrea Pape zum Trocknen aufhängen. Hier dampfte anfänglich noch das frische Brot vor sich hin und verbreitete einen köstlichen Duft. Eine warme Dusche versöhnte, und ein gemeinsames Abendessen versetzte uns in herrliche Zufriedenheit. Es ut loHuhHhgab Grund genug diesen gut endenden Tag mit mehreren Prösterchen ausklingen zu lassen. Vor unserer fahrenden Damenwelt zogen die Herren anerkennend ihren Hut.

Für interessierte folgte am nächsten Morgen eine Gymnastikrunde, bevor es zum Frühstücken ging. War es 9:30 Uhr als Detlev zur Abfahrt einlud? Ohne Nass von oben, starteten wir zur Spessart- Tagestour. Das Friedlanddenkmal ragte in den Himmel, und erinnerte an die Vergangenheit, und wies auf das Land der Freiheit hin. Die Straßen waren wie für uns gemacht. Auf astreinem Asphalt, wenigstens meistens, ließen sich lange Kurven glänzend fahren. Diszipliniert rodelten wir elegant durch die Natur. Der rote Sandstein bescherte rote Felder, etliche Häuser waren in den kleinen Dörfern aus rotem Stein errichtet. Kunstvolle aus grauem Schiefer verkleidete Häuserfronten wechselten sich ab mit Putzfassaden, und natürlich auch Fachwerkbauten boten ein lebendiges Bild. Bis auf Mais und Futterrüben und manchmal gelbleuchtendem Winterraps und Senffelder, war die Ernte eingebracht. Sah die Landschaft nicht manchmal aus wie bei uns in Schleswig-Holstein? Kleine Häuser stehen am Weg zur Burg. Man hat sie mit Märchenbildern der Gebrüder Grimm bemalt. Alle bleiben wir stehen und schicken vielleicht unsere Gedanken in die Kindheit. Es ist etwas anstrengend den Turm der Burg Schwarzenfels in Motorradkleidung zu besteigen. Aber die Mühe lohnt sich. Bei dieser guten Sicht, kann man bis in den Spessart schauen. Nach 128 Km rasteten wir im Bikertreff in der  Bayrischen Schanz und gönnten uns einen Imbiss. Am Nachmittag führte uns Detlev ins Kur-Cafe Kulturkessel in Bad Salzschlirf, das er gut von einem Aufenthalt hier kannte. Wir kamen frohgelaunt wieder in Burghaun-Steinbach an. Andrea und Michael waren inzwischen aus dem Urlaub kommend eingetroffen und empfingen uns mit einem köstlichen Tropfen. Keiner ließ sich eine warme Dusche entgehen, bevor man sich in den gemeinsamen Abend begab. Nach einem guten Essen durften die Bierchen fließen und die Likörchen mit Begleitsprüchen gekippt werden. Der Wirt machte für uns eine interessante Mühlenführung. Es wurde lange zusammengesessen. Unser Durchschnittsalter wurde auf Elkes Wunsch hin ermittelt und ergab ein Resultat über 59,… Jahr- Alter. Ein üppiges Frühstück folgte nach der Gymnastik. „ Ich fahre Punkt 9:30 Uhr los“, ließ Detlev verlauten. Die Tour durch die Rhön, dem Biosphärenreservat von der UNSCO zum Weltkulturerbe erklärt, steht an. Gleich nachdem wir unserer Mühle den Rücken gekehrt haben, rechts abbiegen und links, ist auch egal, liegt rechter Hand der Bayrische Wald im mystischen Nebel in der Ferne und verzaubert uns alle. Wir glitten durch die hügelige Herbstlandschaft. Die Laubfärbung zeigte sich verhalten an. Was für ein herrlicher Tag! Auf die neu umgepflügte rote Scholle schien die Sonne und brachte sie zum Glänzen. An dem Nadelöhr vorbei fuhren wir Richtung Bodesruh. Seit 1961 steht hier ein Turm als Grenzmahnmal, der den Grenzbewohnern einen Blick ins abgeschnittene Land ermöglichte. Wenigstens konnten sie ihre Gedanken in Richtung Verwandtschaft schicken. Point Alpha - das Grenzmuseum zwischen Rasdorf und Geisa zog nicht nur uns in den Bann. Viele Nationen fanden sich hier ein, um die damalige Grenze anzuschauen. Vielleicht schickt man hier auch schwere Gedanken in Erinnerung los. Grenzen haben immer etwas Gruseliges. Die Opfer mahnen zur Verständigung und Frieden. Hier am Stacheldrahtzaun entkrampft sich manche Seele. Thüringen besaß einen 700 Km langen Grenzzaun. Ein Stück dieses Weges, von beiden Seiten mit Stacheldraht eingefassten Zaunes, war zur Veranschaulichung, stehengeblieben. Auf einem Betonweg davor wurde Patrouille gefahren. Nach 28 Jahren Mauerfall ist für mich die Grenz noch immer unfassbar. Das nächste Anlaufziel hieß: Klosterkreuzberg. Na ja Trubel, Jubel muss nicht sein. Ich fand, dass die wirklichen Pilger zu kurz kamen. Wir können aber von uns sagen, dass wir an einem Wallfahrtsort waren. Die Fahrt hierher war landschaftlich besonders schön. War das nicht die Gegend, wo uns 75 Biker mit Polizeieskorte entgegenkamen? Edith hat sie gezählt. Manchmal standen winkende Kinder am Wegesrand. Manchmal schauten ältere Herren uns sehnsüchtig hinterher. Vielleicht haben sie den Wunsch auch einmal Krad zu fahren gehegt. Aber auch: „ Was wollt ihr Affen denn alle hier“, kam mir zu Ohren. Bei dem Motorradbetrieb fast verständlich. „Mount Kali“ und andere weiße Berge ragten in den Himmel. Womit meine Frage, was außer Landwirtschaft, Forstwirtschaft hier gearbeitet wird, beantwortet ist. Die Wasserkuppe - höchster Berg der Rhön mit 950 m - hatte ihren eignen Flair. Genau das richtige Wetter für Flugaktivitäten. Irgendwie fand jeder etwas Interessantes. Motorflieger, Segelflieger, Modellflieger und Drachenflieger tummelten sich am Himmel. Eine große Anzahl edler, schicker Sportwagen defilierten an uns vorbei. Grund genug die Fahrer mit Applaus zu begrüßen. Es war aber auch ein wahrer Augenschmaus. Irgendwo ist mir die Rast in Gemünden am Main abhanden gekommen. Und nun zur Kenntnisnahme: Bamberg liegt doch an der Regnitz, sagt mein Lexikon. Hier liegt der Endpunkt der Mainschifffahrt und der Beginn der Kanalstrecke Main Donau. Nach 50 km Weiterfahrt durch die Rhön schloss sich wieder unser Kreis. Friedrich und Edith war es mit großer Anstrengung gelungen, den Anschluss an die Motorräder zu halten. Fred war ihnen dabei als Schlussfahrer sehr behilflich. Bei Pausen fanden unsere Helme einen guten Aufbewahrungsplatz im Auto. Auf der abfallenden Auffahrt auf den Mühlenhof, jagte uns Karl-Heinz einen großen Schreck ein, indem er sich mit seiner Maschine zudeckte und verschwand, nur ein roter Helm lugte hervor. Das linke Bein war einfach zu kurz in der dummen Senke in der Kurve. Zum Glück ist ihm körperlich n i c h t s passiert. Fast jeder von uns hat sich schon einmal hingelegt. Ein Abschlussfoto wurde auf der Treppe beim Mühlrad von Frau Wirtin in sämtlichen Kameras eingefangen. Heute war ein Grillabend angesagt. Im Hinterhof geschützt aufgehoben konnten 22 Teilnehmer dieser Reise den Abend genießen und bei Kräuterschnäpsen fünf gerade sein lassen.

Lieber Detlev, liebe Sylke! Es war eine wundervolle Tour. Wir wissen, welche Mühe das Ausarbeiten und Führen kostet und somit wissen wir euren Einsatz hoch zu schätzen. Was ich von meinem Beifahrersitz beobachtet habe war folgendes: Wir wurden alle rücksichtsvoll geführt. Die fahrende Einheit wirkte elegant. Es hat riesigen Spaß gemacht mit einer so netten, homogenen Gruppe unterwegs zu sein.

Nochmals herzlichen Dank dafür sagen alle Teilnehmer: Angelika, Dietmar, Klaus, Peter , Andrea, Michael, Edith, Friedrich, Siegfried, Elke, Robert, Helmut, Birgit, Dirk, Bernd, Karl-Heinz ,Monika, Fred, Rolf, Gisela.

Text: Rolf u. Gisela