Fahrt ins Blaue

Eine Fahrt ins Blaue hat Detlev am 01.06.2009 angesagt. 18 Motorräder und 21 Personen treffen an der TOTAL - TANKE ein. Ein traumhaftes Pfingstwetter bei 25 Grad begleitet uns den ganzen Tag. Da wir Wochen vorher eine Fahrt ins Gelbe machten, sollte nun eine ins Blaue folgen. Ich stelle mir vor, dass wir eine Raketenbasis in Schleswig-Holstein aufsuchen, und wir uns mit unseren Maschinen ins Blaue katapultieren lassen. Wo sonst, außer im Süden, sehen wir einen wolkenlosen Himmel. Pustekuchen, nicht nötig, es lacht uns nur so blau von oben an. Fahrt ins Blaue, diese Redewendung verheißt uns ganz einfach eine Tour mit unbekanntem Ziel. Gleich an der Max-Johansenbrücke verabschieden sich Angelika und Dietmar von uns. Seine Maschine lässt eine Weiterfahrt nicht zu. Schade !! Nun brummen wir in den herrlichen Tag. Über Heidmühlen, Rönnau, Ponsdorf, Schwochel, Pansdorf (Rolfens Geburtsort) geht es Richtung Travemünde. Hier erwarten uns Angelika und Dietmar bereits. Nun sind wir wieder vollzählig, und wir staunen nicht schlecht. Seine alte Honda wurde herausgeholt, kurz eine kleine Reparatur unternommen, neu betankt und auf dem kürzesten Wege hierher gebraust.

Prima, dass es Handys gibt. Jetzt müsst Ihr wieder meinen Naturfimmel ertragen. Es grünt nur so in unserem Lande wohin man schaut. Die glänzende, hellgelbe Gerste lässt ihre Grannen im Wind wogen. Der Roggen schickt seine grau schimmernden Halme seiner reifenden Ähren nach oben. Ab und an steht strammer Weizen vor Ort. Heu wurde bereits eingeholt, und die geschnittenen Wiesen leuchten hellgrün. Das große Blühen hat ein Ende. Aber beim genauen Hinsehen, entdeckt man die lilablauen Kerzen der Lupinen. Mohn- und Kornblumen leuchten am Ackerrand. Wilde Margariten schaukeln im Wind. In den Gräben wachsen Kälberkraut und Hahnenfuß. Schön, dass der Holunder wieder blüht, damit wir im Herbst die Beeren ernten können. Manche wissen auch etwas mit den Dolden anzufangen. Wie zart die zahlreichen Heckenrosen wuchern. Wir fahren in wunderbaren Kurven und kleinen Straßen an die Küste. Zum Kaffee und Kuchen kehren wir in die Hermannshöhe ein. Sie liegt am Brodtener Ufer an einer unserer höchsten Steilküste des Landes. Man glaubt ein Kinderbilderbuch anzuschauen. Blauer Himmel, blaues Meer, schneeweiße Segelbote ziehen vorüber. Man kann über die Bucht bis Rettin schauen. So einen Sommertag haben wir nicht alle Tage. . Nach der Rast begeben wir uns vorbei am Timmendorfer Strand, Scharbeutz, bis nach Haffkrug auf der mondänen Promenadenstraße im Schneckentempo. Alle Leute genießen den einmaligen Tag. Dann fahren wir wieder ins Landesinnere. Über Neusüsel erreichen wir Klingberg. Ein Ort, der seinem Namen Ehre macht. Hügelig, kurvenreich zischen wir vorwärts, so gefällt uns die Fahrerei. Bei Ahrensbök biegt Detlev abrupt nach links in die Feldmark ab. Wir befinden uns auf dem Gelände der Helicopter - Rettungsstation Christoph 12 in Siblin, Detlev´s Arbeitsplatz, wenn der RTH mal technische Probleme hat. Zu unser aller Freude fliegt im kunstvollen Flug der Rettungshubschrauber in diesem Moment aus einem Einsatz kommend zur Landung auf seinen Landeplatz. Der Pilot - Herr Wegner - informiert uns ausführlich über die Einsatzmöglichkeiten des RTH und findet aufmerksame Zuhörer. Christoph 12 ist einer von 3 Rettungsstationen in Schleswig-Holstein.

Kostenfaktor: 6 Millionen

Kerosin Verbrauch: 100 mal weniger als ein Tornado, 98 Ltr. pro Flugstunde

Maximale Flughöhe : 5000 Meter

Nutzhöhe: 300 Meter

Landeplatzgröße: 12 Meter

Der Pilot unterliegt einem strengen Gesundheitstest. Habe ich gut zugehört?

Nach diesem High-Light geht es weiter an den Plöner See Richtung Augstfelde, Bosau, Stocksee, Schmalensee und durch Gönnebek, wo unscheinbar auf einer Wiese die Stör entspringt. Im Biergarten der Ricklinger Landbrauerei gibt Detlev die Verantwortung für die Tagestour ab. Jeder bestellt sich hier etwas, wonach ihm gelüstet.

Wir bedanken uns bei ihm und Sylke für die gelungene Fahrt ins Blaue mit ihren großartigen Überraschungen. So geht wieder einmal eine Tour in Zufriedenheit und schöner Harmonie zu Ende. . . .

Text: Gisela