Jahresabschlussfahrt an die Mosel vom 29.08. - 02.09.07

Anne, Jürgen, Andrea, Michael, Helmut, Peter, Karl-Wilhelm, Rolf und ich trafen uns am Freesencenter und bildeten erst einmal die Anfangsgruppe. Anne übernahm die Tagesführung, und meisterte sie anerkennend. Danke für den Einsatz. Friedrich und Edith wollten und durften die Einschulung der Enkelin in Gettorf nicht versäumen. In Rickling reihte sich Dieter schwungvoll in den Konvoi ein, später machten Werner und Freund Walter uns zunächst vollzählig. Werner zog seine Signalweste über, bildete die Schlussleuchte und ab ging es. Wir fuhren an Friedrichsruh, dem Schmetterlingstreibhaus, vorbei weiter in Richtung Geesthacht und querten die Elbe. Bei einem Kaiserwetter war das Fahren ein Vergnügen und Genuss. Ich als Sozi durfte den Blick in die Natur schweifen lassen, und erlebte so machen Raubvogelflug über mir. Wie abgesprochen gab es nach 11/2 stündiger Fahrt die Pause fürs Gebüsch, für die eingepackten Fressreserven und die dringend nötige Quasselei. Nur mein Rolf musste sich mit den Alterserkrankungen seiner 18jährigen BMW auseinandersetzen. Das Motorrad hatte sich uns verdammt nah verbunden gefühlt. Das Krad fuhr nur auf einem Topf, völlig böhmische Wälder für mich, aber das etwas nicht stimmte, merkte ich schon. Umkehren ausgeschlossen !

Bei Hannover-Herrenhausen mussten wir kurzfristig in ein Autobahngewühl. Es gibt wirklich noch nette Autofahrer, denn mit einem Hupzeichen und Zurückbleiben ermöglichte man uns, links auszuscheren, und somit eröffnete sich die Möglichkeit, geschlossen von dannen zu ziehen. Langsam und diszipliniert glitten wir durch das Weserbergland. Schwungvoll wurde so mache Kurve genommen. Kurzfristig, bevor wir in Lippoldsberg ankamen, schaute das  "Hermannsdenkmal“ über den Teutoburger Wald. 300 Km Wegstrecke lagen hinter uns. Und wer begrüßte uns im Hotel ? Edith und Friedrich. Die Motorradklamotten dekorierten jeden Zimmerwinkel wie immer, wir fühlten uns gleich heimisch. Familie Hieronymus servierte ein schmackhaftes Mittag trotz Ruhetag mit nettem Einsatz und ohne Hängelippe, das hat schon was. Die Stimmung am Tisch stieg mit jedem Bierchen und Klaren, Prostgründe brauchte man nicht lange zu suchen. Man erwähnte Andreas neues Motorrad nicht ohne Grund. Rolf hätschelte wieder einmal unseren treuesten Freund, das Wort umkehren wurde großzügig überhört. Nach einer mucksmäuschen stillen Nacht, begrüßte uns herbstlicher Nebel, den die Sonne jedoch zunehmend verschluckte. Das üppige Frühstück genoss jedermann ausführlich. Ein kurzer Spaziergang am Morgen um das um 1093 gegründete Benediktinnerinnen - Kloster, die zahlreichen Fachwerkhäuser zeigten, dass es hier nicht nur eine Nachtlang interessant sein kann. Endlich brummten die Motoren wieder, und die Räder rollten in den kommenden Tag. Wir folgten Friedrich bedingungslos durch die Dörfer der hügeligen Landschaft, die kurvenreichen Auf und Abs. Den beginnenden Herbst sah und spürte man im Rothaargebirge nahen. Die sanfte Laubfärbung konnte man bei genauerem Hinschauen wahr nehmen. Der würzige Duft der Heumaat wehte uns unter die Helme. Langsam näherten wir uns unserem Ziel. Das Silberband der Mosel schimmerte hier und da durch den Wald . Burgen schienen an den Felsen zu kleben, und die Gedanken wanderten unweigerlich in die Ritterzeit. Über die Mosel ging es Richtung Cochem, Klotten. Hier angekommen im „ Hotel zur Linde“ bezogen wir für die kommenden Nächte unser Quartier. Heidewitzka, das kann ja heiter werden! Vor uns der Fluss und die Hauptstraße, und hinter uns eine befahrene Eisenbahnstrecke mit ständigem Güterverkehr. Es wurde heiter. Zum Glück gibt es Ohrenstöpsel. Klotten, bereits um 698 zum ersten Mal erwähnt, wurde im Krieg in Schutt und Asche gelegt, und das Städtchen schien sich nur langsam davon zu erholen. Man lebt hier vom Tourismus, in der Winzerzeit gibt es den Hauptverdienst. Mit der Perle Cochem im Nacken sicher kein leichtes Unterfangen. Beim anfänglichen Regenwetter am Freitag, entschieden wir uns alle für eine Moselfahrt nach Beilstein. Interessant war dabei das Passieren der Moselschleuse zwischen Cochem und Beilstein. Die Schleusenkammerabmessung betrug 140 m Länge und 12 m Breite. Der 6m messende Niveausausgleich dauerte nicht länger als 10 Minuten. In dem zauberhaften Städtchen Beilstein, das eine wahre Filmkulisse bot, mit zahlreichen Touristen, konnte man eine Burg besichtigen, das Karmeliterinnen-Kloster mit der sehenswerten Hallenkirche oder ganz einfach nur gemütlich einen Kaffee trinken. Nach der Schiffsrückfahrt gab es eine Bierchenpause in unserer Bleibe, bevor das Abendbrot auf uns wartete. Gewartet wurde vielseitig, Kalli wartete auf seinen Freund Marcus, der auch bald erschien. Die Besenwirtschaften warteten auf uns. Angesagt waren Wein, Weib, Gesang und Tanz, und man fühlte sich in den Karneval versetzt.

Text: Rolf und Gisela

Annes Part.

Nachdem alle „Wiederbelebungsversuche an Rolf`s Motorrad gescheitert waren, entschied er sich, in Richtung Heimat zu fahren. Alle Kerzen, ob gebraucht oder neu wollte die „Kuh“ nicht milde stimmen. So setzten wir unsere Jahresabschlussfahrt ohne die beiden fort. Über schöne geschwungene Straßen auf dem Rücken des Hunsrücks erreichten wir gegen Mittag Bernkastel. Der sonst eher ruhige Ort zeigte sich in Weinfestlaune. Überall drängten sich die Menschen in den engen Gassen, und überall wurden die Spezialitäten angeboten. Nachdem sich alle gestärkt hatten und beim Parkplatz wieder eintrafen, setzten wir unsere Ausfahrt fort. Ein paar Kilometer folgten wir dem Lauf der Mosel bis es dann bei Kröv nochmals in die Berge ging. Schöne Aussichten und schwingende Kurven rundeten die Tour ab. Nachdem Edith in Alf ihre Kleiderbübel bei der Wirtin abgegeben hatte, schlemmten wir in den Moselterrassen bei Kaffee, Torte und Eis. Die Torten waren vorzüglich! Weiter ging es entspannt immer an der Mosel entlang nach Klotten in unsere Bleibe, Hotel „Zur Linde“, wo es nach dem Essen wieder zum Wein – Hof – Fest ging. Am Sonntag verabschiedete man sich voneinander. Die einen fuhren weiter in den Urlaub, andere zog es auf dem schnellsten Weg nach Hause, und eine 5 Personengruppe machte sich erneut auf den Weg in Richtung Lippholdsberg. Ich hatte eine Tour ausgearbeitet, die Spaß versprach. Wir wurden auch nicht enttäuscht, denn durch die Berge und Kurven bei trockenem, sonnigem Wetter zu fahren, ist Fahrfreude pur. Am Abend bezogen wir unser Quartier im „Lippoldsberger Hof“. Der nächste Morgen war ernüchternd. Es hatte die ganze Nacht geregnet und es tat es auch noch am Morgen. Dicht verpackt gegen den Regen starteten wir ca. 9.30 Uhr in Richtung Heimat. Petrus war doch nicht so verstimmt wie es zunächst aussah. Es lockerte sich auf, uns wir sind bei ein paar kleinen Schauern heil und gesund zu Hause angekommen.

Danke Friedrich für diese schöne Jahresabschlussfahrt.

Text: Anne