Kolberg in Polen

Von langer Hand durch Mathias vorbereitet fand in diesem Jahr wieder eine Reise zu unseren Partnerstädten Parchim und Koszalin in Polen statt. Schon im September 2003 hat Mathias angeboten die Reise zu organisieren und so haben wir viel Zeit gehabt diese Fahrt einzuplanen. Die Reisevorbereitung und Information für alle Teilnehmer war wieder bestens durch Mathias und so standen dann auch am 29.7. um 7.30 Uhr 15 Motorräder und 19 Personen zur lang ersehnten Abfahrt an der Total Tanke bereit. Nachdem uns der Wettergott bis dahin in diesen Sommer noch nicht sonderlich verwöhnt hatte und jeder eigentlich schon mit einer Regenfahrt rechnete, strahlte zur Freude aller an diesem Morgen die Sonne und es versprach ein guter Tag zu werden. Gleich einmal vorweg genommen, bis auf eine gute Stunde Fahrt bei strömenden Regen, hatten wir die gesamten vier Tage wunderschönes Wetter. Unser erstes Ziel war der Rastplatz Rehbrook –West, wo wir uns mit der zweiten Gruppe aus Bad Oldesloe trafen, was unsere Anzahl auf 20 Motorräder und 24 Personen anstiegen lies. Leider verlief unsere Fahrt bis dahin nicht ohne Probleme. Gleich hinter Neumünster verlor Mathias sein Visier und wenn man als erster fährt und 14 folgen, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch das einer darüberfährt. Das war in diesem Falle ich und somit kommt man prompt in den Genuss sich hier mit einem Reisebericht zu verewigen.

Unsere Pause auf dem Rastplatz wurde dann auch etwas länger, weil Mathias sich gleich noch ein neues Visier kaufen musste. Über Autobahn und Bundesstraßen ging es dann gemeinsam weiter zu unserer Partnerstadt Parchim. Nach einer Mittagspause fuhren wir zum Rathaus, wo uns Herr Dirk Johannisson, 2. Stadtrat der Stadt Parchim, empfing. Anne und Mathias wickelten den offiziellen Teil ab, Gastgeschenkaustausch, Begrüßungsrede und so und der Rest gab die entsprechenden Kommentare dazu ab. Nach ca. einer halben bis dreiviertel Stunde und einem gemeinsamen Gruppenfoto saßen wir dann wieder auf unseren Motorrädern und es ging an den zweiten Abschnitt des Tages mit Endziel Eggesin. Die Fahrt dorthin führte uns über Nebenstraßen durch die Mecklenburgische Seeplatte. Ich kann nur sagen eine wunderschöne, wasserreiche Landschaft in der man am liebsten noch etwas länger zum Urlaub geblieben wäre, vor allem bei dem Wetter. Ich frage mich immer wieder wie man so weit von zu Hause weg solche schönen Wege findet und wenn man Mathias fragt sagt er einfach, dazu bracht man gute Fahrradkarten. Ich glaube, es gehört noch etwas mehr dazu als nur gutes Kartenmaterial zu haben. Eggesin selber ist eher eine Stadt in der sich Fuchs und Haase gute Nacht sagen, dafür entschädigte das Hotel-Stadt-Eggesin aber. Bei sehr guter Verpflegung hatten wir gemeinsam einen sehr schönen Abend. Zweiter Tag: das Tagesziel war das Ostseebad Kolberg in Polen. Für die Fahrt dorthin hatte sich Mathias etwas besonderes ausgedacht. Um 10:00 Uhr ging es los nach Altwarp einem kleinen Fährhafen am Stettiner Haff. Von dort fuhren wir ca. 1,5 Stunden mit der Fähre nach Swinemünde. Bei dem herrlichen Wetter war die Fährfahrt für uns eine willkommene Abwechslung. In Polen wurde dann erst einmal getankt. Bei den Preisen macht das Fahren noch ein bisschen mehr Spaß. An der Ostseeküste entlang führte uns der Weg durch kleine Ortschaften und Urlaubsgebiete dann nach Kolberg. Gerade in den Ortschaften gab es sehr viel zu sehen und es war für einige von uns doch sehr schwer sich auf das Fahren zu konzentrieren. Gut das wir Mathias vorne als Guide hatten, so manch einer hätte den Weg nicht gefunden. Wenn ich mich recht besinne wurden von biologisch architektonisch reißvollen Gegenden oder so ähnlich gesprochen und damit will ich es zu diesem Thema belassen. Das Motorradfahren in Polen in so einer großen Gruppe ist nicht ganz ungefährlich. Da wir uns an die Höchstgeschwindigkeit hielten, wurden wir regelmäßig von Autos überholt die sich bei Gegenverkehr in unsere Gruppe drängelten und es wurde manchmal ganz schön eng. Kolberg ist ein sehr schöner Urlaubsort an der Ostsee, in dem natürlich im Hochsommer auch etwas los ist. Den späten Nachmittag und Abend haben wir individuell in kleinen Gruppen verbracht. Einige haben das schöne Wetter noch zum Baden genutzt, andere haben sich in unserem Hotel Solny erfrischt. Vor der Freizeit kam aber noch das Einschecken und das Abstellen der Motorräder. Es ist gar nicht so einfach, wenn man drei Garagen mietet, auch drei freie Garagen zu bekommen und wenn man sie dann hat, auch noch 20 Motorräder in die Garagen zu bekommen. Es hat jedenfalls nicht geklappt und zwei Motorräder mussten draußen auf dem mit Nagelbrett und äußerst bissigem Hund bewachten Parkplatz übernachten. Auch diesen Tag hatten wir wieder ein kleines Missgeschick. In einer kleinen Stadt hatte Marco Probleme in einer Kurve und er entschied sich kurz entschlossen zu einem Ausflug in die Grünanlagen. Zum Glück ist ihm nicht passiert und auch das Motorrad ist fahrtauglich geblieben so das wir nach einem kurzem Stopp und einem Motorradtest von Jürgen unsere Fahrt fortsetzen konnten. Da in Kolberg auch zur späteren Stunde noch etwas los ist, wurde der Abend dann auch für einige etwas länger und für so manch einen ging er nahtlos in den nächsten Tag über. Der dritte Tag sollte uns über unsere Partnerstadt Koszalin zurück nach Eggesin führen. Auf der Fahrt nach Koszalin haben wir noch einmal eine kurze Pause am Rande eines Badeortes gemacht. Die Ostsee war so einladend, dass von zweien die Zeit für ein kurzes Bad genutzt wurde. Als wir die Motorräder abgestellt und unsere Helme gerade abgesetzt hatten, kam ein Holzknüppel, wahrscheinlich von übermütigen Kindern geworfen, über eine nahe Mauer geflogen und traf Jürgen am Kopf. Glück im Unglück kann man nur sagen das auch hier nichts Schlimmes passiert ist. Von hier ging es dann landeinwärts, zeitweilig an sehr schön angelegten Grundstücken mit hübschen Häusern vorbei, man staune was es dort nicht alles schon gibt, nach Koszalin. Hier wurden wir auf dem Platz vor dem Rathaus von Frau Malgorzata Glowacka die im Referat für Öffentlichkeitsarbeit arbeitet und Herrn Miroslaw Mikietynski, dem Stadtpräsidenten empfangen. Die lokale Presse war anwesend und das Fernsehen lies sich später auch noch blicken. Hier haben Anne, Mathias und Fred den offiziellen Teil übernommen. Fred konnte mit einer kleinen Rede in fast perfektem Polnisch, man hat ihn jedenfalls verstanden, überraschen und Anne hat Interviews für die Presse gegeben. Einiges an Publikum betrachtete die bunte Ansammlung aus Motorrädern, Gästen und den offiziellen Stadtvertretern. Die Kinder durften die Gelegenheit mal nutzen und sich auf die Motorräder setzen. Zum Abschluss drehten wir noch ein paar Runden um den Platz und machten uns dann in Richtung Grenze wieder auf den Weg. Die Rücktour bis zur Grenze verlief ohne Probleme. Unterwegs wurde noch ein bisschen Mittag gegessen und vor der Grenze an der letzten Tanke noch einmal die letzten Zlotys ausgegeben. Das letzte Stück bis Eggesin war nicht mehr lang und alle freuten sich schon auf das angekündigte Grillen abends im Hotel. Leider klappt nicht immer alles so wie man sich das wünscht und ab der Grenze konnte man in der Ferne schon sehr schwarze Wolken am Himmel heraufziehen sehen. Es dauert auch nicht lange und es wurde klar, dass wir diese Wetterfront voll abkriegen würden und so kam es dann auch. Vor dem Regen kam die Sturmwalze und Zweige und Äste stürzten auf die Straße. Keiner von uns wurde getroffen aber die Augen waren mehr oben in den Bäumen als auf der Straße. Ja und dann hatten wir ca. eine Stunde lang eine schöne Regenfahrt die von allen gut gemeistert wurde. In Eggesin war das Wetter dann wieder gut und wir konnten einen schönen gemeinsamen Grillabend im Hotel genießen. Letzter Tag heißt Heimfahrt und so starteten wir dann auch pünktlich zum letzten Abschnitt. Wenn man weiter hinten fährt achtet man weniger darauf wo es lang geht, sondert fährt erst einmal hinter der ganzen Truppe hinterher. Mathias hatte schon angekündigt, dass er den ersten Streckenabschnitt noch nicht kennt und sich voll auf das Navigationsgerät verlassen will. Er konnte leider nicht ahnen das wir auf zwei größere Baustellen stoßen würden. So durfte ich mich dann wundern, dass wir nach fast einer Stunde Fahrt fast wieder in Eggesin waren. Aber egal, beim Motorrad fahren ist der Weg das Ziel und ein kleiner Umweg nicht so schlimm. Es ging dann auch zügig durch MeckPom zurück, unserem offiziellen Endziel, Ratzeburg, entgegen. Leider erreichten wir nicht alle gemeinsam Ratzeburg. In der Nähe von Schwerin haben wir die letzten Fahrer unserer Gruppe verloren was einfach ausgedrückt auf ein Abstimmungsproblem zurückzuführen ist. So wurde das Abschlussfoto nur mit einem Teil aller Tourmitglieder gemacht. Wie auch immer, es war aus meiner Sicht eine sehr schöne Fahrt die sehr gut von Mathias organisiert wurde. Schönen Dank noch einmal an dich, Mathias für deinen Einsatz. Schönen Dank auch an unsere Gäste, die uns begleitet haben und eine gute Ergänzung unserer Gruppe waren.

Zum Schluss noch zwei Dinge. Wir haben bestimmt noch viele andere Dinge erlebt und gesehen aber alles kann man nicht aufschreiben und wir wurden von unseren polnischen Gastgebern in Koszalin eingeladen sie in zwei Jahren wieder zu einem Stadtfest, aber dann für etwas längere Zeit, zu besuchen und ich freue mich schon darauf.

Text: Dirk