3. Fränkisches Schlossgrabentreffen

Es ist Donnerstagmorgen und noch sehr früh. Dennoch fällt es mir sehr leicht, mich aus dem Bett zu schwingen. Der Grund dafür ist nicht nur die bikerfreundliche Wettervorhersage mit sommerlichen Temperaturen für die nächsten Tage, sondern vielmehr die Vorfreude auf das bevorstehende 3.Fränkische Schlossgrabentreffen. Denn was mich/uns dort auch diesmal wieder erwarten sollte, war einmal mehr ein Motorradtreffen vom Allerfeinsten. Schlagworte wie beeindruckende Landschaften, herzliche Gastgeber oder Schnapsprobe fallen mir dazu gleich ein. Aber der Reihe nach: Bei blauen Himmel und Sonnenschein reisten mehr als 20 Biker-Innen der BMW-Freunde Einfeld in das Fränkische Dörfchen nach Veilbronn, um auch diesmal wieder der persönlichen Einladung von Eli und Atze zum 3. Fränkischen Schlossgrabentreffen zu folgen.

 

Im Rahmen der Saisonabschlussfahrt wurde das Treffen im Jahre 2000 erstmals ausgerichtet und seither hat dieses Schlossgrabentreffen jedes Jahr einen festen Platz in unserem Termin­kalender. Das Besondere bei diesem kleinen (weil Privatveranstaltung) aber feinen 3-tägigen Motorradtreffen ist nämlich die harmonische Mischung aus Motorradfahrern und Nicht-Motorradfahrern, Jung und Alt sowie Freunden und Bekannten. Dazu kommt die durchweg herzliche und familiäre Atmosphäre, so dass alle Teilnehmer miteinander viel Spaß und Freude an dieser Veranstaltung haben. Die Fahrt nach Veilbronn führte auf kürzestem Weg über die Autobahn. Dabei erfolgte die Anreise individuell oder in Kleingruppen, so dass jeder Teilnehmer nach seinem persönlichen Befinden und eigenem Fahrstil die monotonen Autobahnkilometer abspulen konnte. Nach über 600 Autobahnkilometer und rund 9 Stunden im Sattel erreichten wir den Zielort Veilbronn. Mehr oder weniger "autobahngestresst" gab es zur Begrüssung erst einmal eine deftige Käsesuppe "hausgemachter Art" mit einem kühlen "Blonden", bevor man danach die unterschiedlichen Quartiere bezog. Die Unterbringung erfolgte im dorfansässigen Hotel oder in privaten Pensionen. Einige Teilnehmer nutzten sogar das klassische Campen im Schlossgraben. Der Abend wurde dann mit viel Benzinplauderei verbracht. An den nächsten beiden Tagen standen tagsüber die von Atze geführten Touren durch die Fränkische Schweiz auf dem Programm. Atzes Runden führten uns querfeldein durch schöne und reizvolle Landschaften mit unvergesslichen Eindrücken. Während einer Mittagspause kehrten wir zum Schlemmen bei einer Privatbrauerei ein, um unsere geschmacksinnlichen Gaumen auf "kulinarische Art" zu verwöhnen. Nach Beendigung der Rundfahrt mit Atze hatte auch Eli für uns noch eine Überraschung: Mit zwei Kleinbussen brachte sie uns nach Streitberg, wo wir die Alte Kurhausbrennerei Hertlein besuchten. Unter der Führung eines Brennmeisters wurden uns die aufwendigen Destillierverfahren der verschiedenen Kräuter-Spezialitäten erklärt, bevor wir uns zum Abschluss der Besichtigung von den Brennkünsten der Destillate überzeugen konnten. Weniger groggy als vielmehr hungrig wurde am Abend bei guter Stimmung ausgiebig gegrillt. Das im Garten entzündete Lagerfeuer spendete dabei noch zusätzliche Gemütlichkeit. Am nächsten Morgen stand eine neue, aber nicht weniger schöne, Ausfahrt mit Atze auf dem Programm. Auch diejenigen, die bereits zum 3. Mal an dem Motorradtreffen teilnahmen, sind immer wieder aufs Neue von der kurvenreichen und vielfältigen Landschaft begeistert. In Neuenmarkt legten wir gegen Mittag einen längeren Pausenstopp ein, um das Deutsche-Dampflokomotiv-Museum zu besuchen. Alternativ hatte man jedoch auch die Möglichkeit, bei einem Spaziergang durch den Schmetterlings-Park die exotischen und farbenprächtigen Falter inmitten ihrer natürlichen Pflanzenwelt zu beobachten. Zu guter Letzt fuhren wir dann noch einmal hinauf zu Kathis-Biergarten nach Aufseß, einem Parkplatztreff für Motorradfahrer, bevor wir zurück nach Veilbronn zum Kaffee trinken fuhren. Wer aber jetzt dachte, man könnte sich nun ein bisschen von der anspruchsvollen Fahrt erholen, der irrte sich gewaltig. Denn Eli hatte mit uns noch etwas Besonderes vor, nämlich eine "Dorfralley". Also wurden die schweren Motorradstiefel schnell gegen leichtes Schuhwerk gewechselt und los ging es zu Fuß durch das Dorf. Insbesondere die Kinder hatten bei diesem Spiel sehr viel Spaß und waren uns Älteren bei der Beantwortung der Fragen meist einen Schritt voraus. Der eine oder andere ältere Teilnehmer soll sich bei der Aufgabenlösung sogar an seine spitzfindigen Gewohnheiten aus der Schulzeit erinnert haben und gegen ein geringes Entgelt und mit Hilfe der Jüngeren dann doch noch rechtzeitig einen vollständigen Lösungszettel abgegeben haben, obwohl sein Fleiß und seine Laufbereitschaft nicht versetzungswürdig war. Der Abend stand dann wieder ganz im Zeichen der Geselligkeit mit Grill- und Lagerfeuer. Die Zeit verging wieder mal viel zu schnell. Zur Erinnerung an dieses Motorradtreffen übergab Eli an diesem Abend jedem Teilnehmer als schon traditionelles Geschenk ein eigens handgeschliffenes Bierglas. Ein schönes Motorradtreffen hatte damit einen würdigen Ausklang gefunden. Für einige Teilnehmer wurde es dann noch ein sehr langer Abend. Am Sonntagmorgen hieß es dann nach einem ausgiebigen Frühstück Abschied nehmen. Selbst Petrus fiel der Abschied schwer und öffnete jetzt seine Regenwolken. Aber das konnte uns nun nicht mehr schocken, da wir über das gesamte Wochenende ausgesprochen schönes Wetter hatten. Außerdem war der heftige Regen nur von kurzer Dauer, so dass wir auf der Rückfahrt gen Norden die meisten Autobahnkilometer wieder im Trockenen fahren konnten und wir alle sicher Zuhause ankamen. Übrigens, die Auswertung der "Dorfralley" spiegelte das gesamte Motorradtreffen kurz und bündig wider: es gab keine Plazierungen, sondern nur zufriedene Gewinner !!

PS: Ich denke, dass ich im Namen aller teilnehmenden Gäste noch einmal ein großes Dankeschön an die Familie Gracz sowie an die Nachbarn und Freunde aussprechen darf. Sie alle haben durch ihre tatkräftige Unterstützung zum Gelingen dieser Veranstaltung beigetragen und uns erst dieses tolle Wochenende ermöglicht. Wir haben uns bei Euch sehr wohl und heimisch gefühlt. Und wie sagte früher schon ein rosa-rotes Männchen: "Stimmt es, dass es sein muss, ist für heute wirklich Schluss ?? Für diesmal ja, aber die BMW-Freunde Einfeld kommen im nächsten Jahr wieder, keine Frage !" Versprochen !

Text: Mathias Jahnke